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Die Schlankformel

 

 

   In diesem Artikel versuche ich für alle, die mit Übergewicht zu kämpfen haben, zusammen­zufassen, was in dem sehr informativen Buch mit obigem Titel des kanadischen Nephrologen Jason Fung steht. Dabei kann und möchte ich keine Garantie dafür übernehmen, dass die im Nachfolgenden geschilderten Körper­reaktionen den Tatsachen entsprechen und die Verhaltens­-Ratschläge zur Gewichts­reduktion funktionieren, zumal jeder Mensch anders ist.

 

 

   Dr. Jason Fung hat sich über Jahre ausführlich mit der Problematik der Fettleibigkeit beschäftigt und betreibt inzwischen eine „Intensive Dietary Management Clinic“.

Nachdem er bei seinen Patienten immer wieder beobachtet hatte, wie die unterschied­lichsten Diäten zu keinem langfristen Gewichtsverlust geführt haben, sondern der Körper stets wieder zu seinem früheren Übergewicht zurückkehrte und es anschließend meistens sogar noch übertraf, kam er durch die intensive Betrachtung unzähliger Ernährungsstudien zu dem Schluss, dass das eigentliche Problem dabei die Resistenz des Insulinspiegels ist.

Das wird nun diejenigen verwundern, die keinen Diabetes haben. Aber Tatsache ist, dass unser Körper bei jeder Nahrungsaufnahme Insulin ausschüttet. Besonders viel bei leeren Kohlenhydraten (Industriezucker / Stärke), etwas weniger bei Proteinen (Eiweiß) und am wenigsten bei Fetten.

 

 

   Tatsächlich enthalten unsere verarbeiteten Lebensmittel fast alle mehr oder weniger Zusätze von Zuckern, die sich hinter Namen wie Saccharose, Glukose-Sirup, Fruktose, aber auch Honig, Agavendicksaft und Ahornsirup verstecken. Zu den leeren Kohlenhydraten gehören auch stärkehaltige Erzeugnisse, wie alle Weißmehlprodukte.

In dem  Fall könnte man ja auf Süßstoffe ausweichen. Doch auch sie heben den Insulin­Ausstoß deutlich an, obwohl sie den Blutzuckerspiegel nicht wesentlich erhöhen. Außerdem regen sie durch ihren süßen Geschmack den Appetit bis zu Heißhungerattacken an, ohne dabei ein Sättigungsgefühl zu erzeugen.

 

 

   „Insulin ist ein Speicherhormon. Eine üppige Nahrungsaufnahme führt zur Ausschüttung von Insulin und die Speicherung von Zucker und Fett schaltet sich an. Wenn keine Nahrungs­aufnahme stattfindet, sinkt der Insulinspiegel und die Verbrennung von Zucker und Fett schaltet sich an. Dieser Prozess vollzieht sich jeden Tag. Normalerweise kontrolliert sich dieses ausgeklügelte, ausgewogene System ganz von selbst. … Solange sich unsere Ess- und Fastenphasen die Waage halten, bleibt dieses System ebenfalls im Gleichgewicht.“

 

 

   Isst man dagegen zwischen den Hauptmahlzeiten immer wieder mal eine Kleinigkeit, womöglich ein hochverarbeitetes Produkt mit viel Zucker, so wird ständig Insulin ausgeschüttet und die zugeführte Nahrung als Glykogen in der Leber sowie als  Körperfett eingelagert. Da der Insulinspiegel auf diese Weise nie wirklich sinkt, pendelt er sich im Blut auf einen relativ hohen Wert ein.

 

 

   Stimmt es also, dass Insulin Fettleibigkeit verursacht? Ja, Patienten, die regelmäßig Insulin bekommen, kennen die Antwort: Je höher die Dosis, umso mehr nimmt man zu.

Da also ein anhaltend hoher Insulinspiegel die Fettspeicherung erhöht und bei ständiger Nahrungszufuhr immer neues Insulin ausgeschüttet wird, wird auch ständig neues Fett gespeichert. Weil die Essenspausen fehlen, in denen der Körper die gespeicherten Fettreserven wieder zur Energiegewinnung abbauen würde, führt dieses falsche Verhalten unweigerlich zu Übergewicht. Daher ist es leicht ersichtlich, dass solche Ratschläge zum Abnehmen, wie über den Tag verteilt viele kleine Mahlzeiten zu essen, genau der falsche Weg ist.

 

 

   „Ein hoher Insulinspiegel verursacht Gewichtszunahme und die Auswahl der Lebensmittel spielt für dessen Anstieg eine Rolle. Doch wir übersehen dabei etwas, was zu einem Anstieg des Insulinspiegels führt und sowohl zeitabhängig als auch ernährungsunabhängig ist: Insulinresistenz. … Der menschliche Körper zeichnet sich durch das grundlegende biologische Prinzip der Homöostase aus. Das bedeutet, wenn sich die Dinge in eine bestimmte Richtung entwickeln, reagiert er, indem er sich in die entgegengesetzte Richtung bewegt, um sich wieder seinem ursprünglichen Zustand zu nähern. … Mit anderen Worten: der Körper wird resistent.“

 

 

   Im Fall von Insulinresistenz führt das zu einem anhaltend hohen Insulinspiegel, und der verursacht Fettleibigkeit. Doch wie kommt es zur Insulinresistenz?

 

 

   Von Antibiotika, Drogen und manchen Medikamenten kennen wir das Problem: Je öfter der Körper diese Dinge zugeführt bekommt, umso mehr gewöhnt er sich daran und braucht dann immer mehr davon, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Ebenso verhält es sich mit dem Insulin. Wenn wir über Jahre immer zu viel und zu häufig essen und dadurch ständig Insulin ausgeschüttet wird, gewöhnt sich der Körper daran und verlangt immer mehr davon, um die aufgenommene Glukose in die Zellen zu schleusen.

 

 

   „Menschen, die jahrelang in diesem Teufelskreis gefangen sind, entwickeln eine signifikante Insulinresistenz. Diese Resistenz führt zu einem hohen Insulinspiegel, der von der Ernährung dieser Person unabhängig ist. Auch wenn Sie ihre Ernährung umstellen würden, würde die Resistenz dafür sorgen, dass Ihr Insulinspiegel trotzdem hoch bleibt. Wenn Ihr Insulinspiegel hoch bleibt, bleibt Ihr Setpoint oben. Der Thermostat ist hoch eingestellt und Ihr Gewicht wird beharrlich aufwärts geregelt. … Eine Ernährungsweise, die reich an Nahrungsmitteln ist, die eine Insulinreaktion provozieren, kann Fettleibigkeit auslösen, aber mit der Zeit wird die Insulinresistenz ein immer größerer Teil des Problems und kann sogar ein Hauptauslöser für hohe Insulinwerte werden. Fettleibigkeit schaukelt sich selbst hoch.“

 

 

   Was also tun, um den Setpoint (Sollwert) für die Insulinmenge zu senken? Dazu bedarf es einer konzertierten Aktion.

  • Der erste Punkt ist natürlich eine Ernährung, die nicht sofort eine starke Insulin­reaktion auslöst: Vollkorn, Gemüse, Obst, pflanzliches Eiweiß, natürliche Fette. Keine stark verarbeiteten Produkte, keine Süßigkeiten, keine Light-Produkte, keine Limo, Cola oder dergleichen, keine Weißmehlerzeugnisse, keine Snacks.
  • Als Zweites ist die Häufigkeit der Nahrungsaufnahme zu nennen: Nicht mehr als drei Mahlzeiten pro Tag, dabei ohne jede Zwischenkost. Grundsätzlich sollte man auch nur dann Nahrung zu sich nehmen, wenn man Hunger verspürt.Noch besser, vor allem zum Abnehmen, sind nur zwei Essenszeiten, oder wer es schafft, gar nur eine Mahlzeit. Empfehlenswert sind auch ganze Fastentage. In den essensfreien Zeiten sinkt nämlich der Insulinspiegel und der Abbau der Fett- und Zuckerreserven beginnt, um auf diese Weise den Körper zu erhalten. „Durch das Fasten lässt sich die Insulinresistenz des Körpers effizient reduzieren, da sie nur dann besteht, wenn ein dauerhaft hoher Spiegel vorliegt.“
  • Falls der/die Betroffene Stressesser ist, muss man Maßnahmen ergreifen, um den Stress abzubauen zum Beispiel durch Sport, Spaziergänge, Entspannungsübungen und genügend Schlaf (sieben bis neun Stunden).

 

   Mit Geduld und Beharrlichkeit sollte dann der Abnahmeprozess gelingen.

 

 

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Jason Fung, Die Schlankformel, 350 Seiten, 3. Auflage, 2019

ISBN 978-3-7423-0098-0, riva Verlag, www.rivaverlag.de

 

 

 

 

                                    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

           

 
 
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