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Kurkuma

 

 

   In der letzten Zeit taucht im Naturkost-Handel und sogar in den Supermärkten vermehrt die Kurkuma-Wurzel auf. Was hat es mit ihr für eine Bewandtnis? Auch im Internet findet man viele Seiten, in denen Kurkuma nicht nur als exotisches Gewürz gepriesen wird, sondern ebenso als „Superfood“ mit „Super“-Eigenschaften.

 

 

   Kurkuma – was? Vielleicht weiß der/die Eine oder Andere aber, dass Kurkuma in den asiatischen Curry-Mischungen eine Hauptrolle spielt und ihnen die charakteristische Farbe verleiht, also längst durch die Hintertür in unseren Küchen angekommen ist.

 

 

   Kurkuma, auch Gelber Ingwer, Safranwurz, Gelbwurz, Gilbwurz oder Curcuma genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Ingwergewächse und mit dem Kardamom eng verwandt. Sie stammt aus Südasien und wird in den Tropen kultiviert. Sie ist eine aus-dauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 1 Meter erreicht. Unter der Erde werden stark verzweigte, zylindrische,  gelb- orange gefärbte Rhizome als Überdauerungs-organe ausgebildet, die an den Enden Knollen entwickeln. Das Rhizom ähnelt, bis auf seine Färbung, stark dem des Ingwers.

 

 

   In den Knollen sind bis zu fünf Prozent ätherische Öle sowie bis zu drei Prozent des für die gelbe Färbung verantwortlichen Curkumins bzw. dessen Derivate (Curcuminoide) enthalten.

 

 

   Betrachtet man ihre übrigen Inhaltsstoffe, so kann man nichts Besonderes entdecken.

100 g gemahlene Kurkumawurzel enthält:

 

 

Kalorien

354

Fett

10 g

Natrium

38 mg

Kalium

2,5 mg

Kalzium

183 mg

Magnesium

193 mg

Eisen

41 mg

Zucker

3,2 g

Protein

8 g

Ballaststoffe

21 g

Vitamin C

26 mg

Vitamin B6

2 mg

 

 

   Die Wunderwaffe bei Kurkuma soll aber der sekundäre Pflanzenstoff Curcumin sein. Er wirkt – in höherer Dosierung –  immunstärkend, antioxidativ, antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend.

 

 

   Er soll, vorbeugend oder heilend, helfen bei:

  • Entzündungen (Cortison-Ersatz)
  • Rheuma
  • Arthritis /  Arthrose
  • Gallen-, Leber-, Verdauungsproblemen (Reizdarm)
  • Hepatitis-C
  • Übergewicht / Adipositas
  • Hoher Cholesterinspiegel
  • Herz-, Kreislauferkrankungen
  • Diabetes
  • Lungenkrankheiten, allergisches Asthma
  • Mukoviszidose (zystische Fibrose)
  • Alzheimer
  • Krebs
  • Menstruationsproblemen
  • Haut-, Haar-, Nägelveränderungen
  • Zahn-, Zahnfleischgesundheit, verfärbte Zähne
  • Ausleitung von Schwermetallen (Quecksilber, Blei)

 

   Das in der Kurkuma-Knolle enthaltene Curcumin ist zwar ein starkes Antioxidans, das freie Radikale bekämpft und durch seine entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften das Immunsystem stärkt, allerdings reichen die gewürzüblichen Mengen nicht aus, die heilenden Wirkungen von Curcumin für den menschlichen Körper brauchbar zu machen, denn die Bioverfügbarkeit dieses sekundären Pflanzenstoffs ist sehr gering. Da Curcumin nicht wasserlöslich ist und daher vom menschlichen Körper nur geringfügig aufgenommen wird, stehen Mediziner vor der Herausforderung, einen Weg zu finden, die nötigen Wirkstoffe des Curcumins bei Krankheiten in den menschlichen Körper zu transportieren, damit seine Wirkweise gezielt eingesetzt werden kann. Aus dem Grund werden vermehrt Kurkuma-Präparate empfohlen, die einen wahrnehmbaren gesundheitlichen Effekt versprechen.

 

   Einige Forscher berichteten, dass sich in Kombination mit Piperin, einem Bestandteil des Pfeffers, die Bioverfügbarkeit von Curcumin beim Menschen um 2000 % steigern lässt.

 

 

Nebenwirkungen:

 

   Zahlreiche Studien haben sich mit dem medizinischen Einsatz und möglichen Nebenwirkungen von Kurkuma beschäftigt. Bei hoher Dosierung (8 bis 12 Gramm täglich) von käuflichen Kurkuma-Präparaten und übertriebener Einnahmemenge können folgende Nebenwirkungen eintreten:

 

  • Neigung zu Blutungen, besonders bei gleichzeitiger Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten
  • Wechselwirkung mit entzündungshemmenden Medikamenten ist möglich
  • Bei Behandlung des Cholesterinspiegels muss man die Werte beim Kurkuma-Konsum in jedem Fall im Blick behalten, um ungesunde Schwankungen zu vermeiden
  • Magen-Darm-Beschwerden bei Einnahme von Magensäure reduzierenden Präparaten, weil Kurkuma die Magensäure erhöht (Sodbrennen, Übelkeit, Durchfall)
  • Verstärkung der Wirkung von Insulinpräparaten. Es kann zu einer Hypoglykämie kommen
  • Verstärkte Menstruation
  • Allergische Reaktionen auf Curcumin, wie Hautausschlag, Atemnot und – schlimmstenfalls – Anaphylaxie.
  • Bei Verschluss der ableitenden Gallenwege oder anderen Gallenwegserkrankungen (Gallensteine) kann die galleanregende Eigenschaft von Kurkuma zu Komplikationen führen
  • Bedenken gibt es in Fachkreisen auch bei Präparaten mit Piperin. Schwarzer Pfeffer kann den Darm reizen, zu Unverträglichkeiten führen und bei hohem Konsum unter Umständen das Leberenzym CYP3A4 inaktivieren.
  • Schwangere (Frühgeburten!), stillende Mütter und Kleinkinder sollten vom Kurkuma-Konsum absehen

 

   Grundsätzlich ist es empfehlenswert, vor jedem therapeutischen Kurkuma-Konsum den Arzt zu konsultieren. Besonders bei akuten Erkrankungen muss eine ärztliche Meinung eingeholt werden.

 

 

Verwendung:

 

   Lediglich der Wurzelstock wird zur Herstellung des Gewürzes und der Medizin verwendet. Dieser wird für mehrere Tage luftgetrocknet und anschließend mit einem Mörser zerrieben oder in einer Mühle gemahlen. Frisch hat die Wurzel einen harzigen, leicht brennenden Geschmack, getrocknet schmeckt sie mildwürzig und etwas bitter.

 

 

   Kurkuma wird in der Lebensmittelindustrie vor allem wegen seiner Färbekraft als Färbemittel verwendet (Senf, Margarine, Teigwaren, Wurst), als Ersatz bzw. Streckmittel für das sehr viel teurere Safran und natürlich in Currymischungen.

 

 

   Im Haushalt eignet es sich  zum Würzen vieler asiatischer Speisen, gern auch mit Ingwer kombiniert. Durch das bei der Speisenzubereitung verwendete Öl wird Kurkuma auch löslich. Darüber hinaus schmeckt Kurkuma in jeglicher Art von Gemüsezubereitungen.

In der Kombination mit Obst und süßen Komponenten scheint Kurkuma fehl am Platz zu sein. Aber es kann durchaus mit süßen Flüssigkeiten (z. B. Hafermilch, Smoothie, Sojaghurt) und mit geschmacksintensiven Früchten vermischt werden. 

 

   Wer das Gewürz öfter verwenden möchte, sollte sich eine Kurkuma-Paste herstellen, die aus Kurkuma Pulver und Wasser angerührt wird, und dann im Kühlschrank immer verfügbar ist.

 

   Eine noch seltene Variante von Kurkuma in der Küche ist der im Handel erhältliche Kurkumasaft. Dieser hat den Vorteil, dass er bereits so zusammengesetzt ist, dass das Problem der Wasserunlöslichkeit ebenso berücksichtigt wurde wie die Tatsache, dass Kurkuma mit schwarzem Pfeffer Hand in Hand gehen sollte. Das bedeutet, dass der Kurkuma Saft eine praktische Alternative zur selbst gemixten Paste sein kann, denn Kurkuma Saft lässt sich schnell und einfach in Speisen und Getränke einrühren.

 

   

   In heißes Wasser eingerührt, kann das Pulver auch als Kurkuma-Tee getrunken werden. Da es nicht wasserlöslich ist, muss man das Getränk ständig umrühren, damit sich das Pulver nicht absetzt. Damit es besser bioverträglich wird, sollte man noch schwarzen Pfeffer zufügen.

 

   Ein sehr schmackhafter Vorschlag für ein Kurkuma-Getränk kommt von der Foodbloggerin Carina Kaufmann:

 

 

Zutaten:

500 ml kochendes Wasser

6 - 8 Scheiben frische Kurkumaknolle / 2 TL Pulver

5 g Ingwerscheiben

2 Scheiben Zitrone

8 schwarze Pfefferkörner

1 TL Zimt

1 TL Kokosnussöl

 

 

Ausführung (von mir geändert):

   Man übergießt in einer (Glas-)Kanne die möglichst dünnen Kurkuma-, Ingwer- und Zitronenscheiben mit dem heißen Wasser, fügt Pfefferkörner, Zimt und Kokosöl hinzu und lässt alles zugedeckt einige Zeit ziehen. Dann drückt man mit einem Löffel die Scheiben etwas aus und gießt das Getränk durch ein Teesieb ab. Nach Belieben mit Agavendicksaft gesüßt, schmeckt es heiß getrunken sehr gut.

 

 

Äußerliche Anwendung:

 

   Die antivirale Wirkung des Curcumins lässt sich bei Lippen- und Genitalherpes sehr gut auch äußerlich nutzen. Beispielsweise lässt sich eine gegen Herpes wirksame Kurkuma-Paste mit relativ geringem Aufwand selbst herstellen. Die Paste kann auch für äußerliche Anwendungen bei anderen Hautveränderungen eingesetzt werden.

 

   Für die Kurkuma-Paste werden folgende Zutaten benötigt:

  • 20 Gramm Kurkumapulver
  • 1 EL Ingwerpulver
  • 100 Gramm flüssiger Honig

 

   Alle Zutaten werden gut gemischt, sodass eine weiche Paste entsteht, die im Kühlschrank mehrere Wochen aufbewahrt werden kann. Der Honig in der Paste ergänzt die antibakterielle und schmerzlindernde Wirkung von Curcumin. Der Ingwer hat die Fähigkeit, ein bestimmtes Schmerzenzym bzw. Hormon zu unterdrücken. Zusätzlich unterstützt der Ingwer die anti-entzündlichen Eigenschaften von Curcumin und Honig. Sämtliche Bestandteile der Paste sind Synergisten und unterstützen sich gegenseitig.

Die Paste kann zur Herpesbekämpfung äußerlich aufgetragen werden und muss nach spätestens 45 Minuten wieder vorsichtig entfernt bzw. abgewaschen werden.

 

 

   Obwohl es paradox klingen mag, kann die Anwendung von Kurkuma in der Mundhöhle zu weißeren Zähnen führen, korrekte Anwendung vorausgesetzt. Um diesen Zweck zu erreichen, können frische, kleine Kurkuma Stücke einfach gekaut werden.

 

   Das natürliche Home-Bleaching kann aber auch mit einer selbst zubereiteten Paste erfolgen. Die Kurkuma-Paste als kleine Portion direkt auf die Zahnbürste geben und dann ganz normal etwa 3 Minuten damit die Zähne putzen. Um den Effekt zu verbessern, kann der Kurkuma-Paste eine Prise frisch gemahlener schwarzer Pfeffer hinzugefügt werden.

 

 

Achtung: Bitte benutzen Sie Curcuma nicht für Ihren Zahnersatz oder Kunststofffüllungen! Curcuma verfärbt Kunststoff und Kunststoffteile!

 

 

Fazit:

   Da Curcumin als eines der stärksten Pan-assay interference compounds (PAINS) falsch-positive Ergebnisse in chemischen Untersuchungen bewirken kann, ist ein Großteil der dazu publizierten positiven Ergebnisse vermutlich fehlerhaft. Aufgrund der geringen oralen Bioverfügbarkeit von Curcumin ist es unwahrscheinlich, dass sich die Ergebnisse von In-vitro-Studien auf den Menschen übertragen lassen. Keine Form von Curcumin scheint ein guter Arzneimittelkandidat zu sein, da es keine der erwünschten Eigenschaften besitzt. Bisher war keine Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie erfolgreich.

 

 

   Mein persönliches Fazit: Benutzen Sie Kurkuma ruhig reichlich als Gewürz in der Küche, da können Sie nichts falsch machen!

 

 

 

 

Quellen:

 

https://kurkuma.info/

www.wikipedia.de  

https://www.kurkuma-superfood.info/

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/kurkuma.html

https://www.kurkuma-wurzel.info/

 

 

 

 

 

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