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  Isoglukose

 

   Was ist das nun wieder für ein neuer Begriff, der momentan durch die Medien geistert? Glukose haben wohl die Meisten von uns schon gehört. Ein anderer Name dafür ist Traubenzucker. Er bildet zusammen mit Fruchtzucker (Fruktose) die Saccharose, unseren gebräuchlichen Haushaltszucker.

 

 

   Dann gibt es noch den Glukosesirup. Er darf aber nicht mit Isoglukose verwechselt werden. Denn beim klassischen Glukosesirup darf im Gegensatz zur Isoglukose die Fruktose nur maximal 5 % der Trockenmasse ausmachen.

 

 

   Und nun also Isoglukose. Das UGBforum titelt in seiner Ausgabe 1/18: „Isoglukose – Gefahr für die Gesundheit?“

 

 

   Was hat es mit dieser Isoglukose auf sich?

 

  Wie oben angeführt besteht unser aus der Zuckerrübe gewonnene Haushaltszucker aus Glukose und Fruktose und zwar zu gleichen Teilen, die in der Saccharose miteinander verbunden sind und einen Zweifachzucker bilden.

 

 

  Isoglukose dagegen wird überwiegend aus Maisstärke hergestellt und besteht ebenfalls aus einem Gemisch von Glukose und Fruktose. Dabei handelt es sich aber um Einfachzucker, die nicht miteinander verknüpft sind, also frei vorliegen. Bei dem Herstellungsprozess können so gezielt verschiedene Mischungen mit variierbaren Anteilen erzeugt werden, die dann je nach Mischungsverhältnis einmal als Glukose-Fruktose-Sirup oder als Fruktose-Glukose-Sirup bezeichnet werden und sich so auch auf den Etiketten der Süßwaren wiederfinden.

 

 

  Glukose-Fruktose-Sirupe haben einen Fruktose-Gehalt zwischen 5 und 50 Prozent. Bei Fruktose-Glukose-Sirupen liegt der Fruktose-Gehalt über 50 Prozent. Beide Sirup-Typen werden in Europa als Isoglukose bezeichnet. Auf dem Etikett der Lebensmittelverpackung ist dann aber nur erkennbar, ob anteilig mehr Fruktose (Fruktose-Glukose-Sirup) oder mehr Glukose (Glukose-Fruktose-Sirup) enthalten ist, nicht aber in welchem Prozentsatz. In den USA werden Sirupe mit hohem Fruktoseanteil als High Fructose Corn Syrup (HFCS) bezeichnet und haben dort den traditionellen Zucker in vielen Bereichen - etwa bei Limonaden und Erfrischungsgetränken - weitgehend verdrängt.

 

 

  Isoglukose wurde bisher fast nur in den USA eingesetzt, aber seit dem 1. Oktober 2017 darf die Ernährungsindustrie in der Europäischen Union Isoglukose ohne Preis- und Export-beschränkungen verwenden. Deren Anteil war auf dem EU-Binnenmarkt bisher auf fünf Prozent beschränkt. Dennoch ist nicht zu erwarten, dass mit dem Wegfall der Zuckermarkt­verordnung in Europa der bisher in Lebensmitteln und Getränke verwendete Zucker vollständig durch Isoglukose ersetzt wird. Dafür sind die jeweiligen sensorischen und technologischen Eigenschaften zu unterschiedlich.

 

 

  Isoglukose gehört entsprechend der verwendeten Rohstoffe (Mais, Kartoffeln) eigentlich zu den natürlichen Zuckern und sollte keine Gesundheitsgefahr darstellen, auch wenn diese industriell und unter Zuhilfenahme von Enzymen hergestellt werden. Das Ausgangsprodukt Mais wird in einem ersten Herstellungsprozess zu Maisstärke verarbeitet. In einem zweiten Schritt entsteht durch enzymatische Hydrolyse unter Verwendung der Glucose-Amylase aus der Stärke der Einfachzucker Glukose. In einem dritten Schritt kann – je nach gewünschtem Endprodukt – ein Teil der Glukose durch die katalytische Wirkung des Enzyms Glucose-Isomerase in Fruktose umgewandelt werden. Fruktose besitzt eine höhere Süßkraft als Glukose. Je höher der Fruktose-Anteil in dem produzierten Sirup ist, um so süßer ist er. Je nach Fruktosegehalt kann Isoglukose daher eine höhere Süßkraft als herkömmlicher Haushaltszucker erreichen.

 

 

  Darin besteht der Vorteil für die Industrie. Auf diese Weise benötigen die Unternehmen weniger Zucker in ihren Produkten, um die gleiche Süße zu erhalten. Vor allem aber ist die Herstellung von Isoglukose wesentlich schneller und billiger als die von Haushaltszucker. Der Marktpreis liegt bis zu 40 Prozent unter dem von herkömmlichem Zucker.

Wo wird Isoglukose traditionell verwendet? In Limonaden, Erfrischungsgetränken, Süßwaren, Fruchtgummi, Dominosteinen und bestimmten Backerzeugnissen (Kuchen, Kekse). 

 

 

  Wo liegt das Problem?

 

Durch die Zuckermarktliberalisierung werden die Preise für Zucker fallen und Isoglukose wird auch bei uns ihren Siegeszug antreten, denn das macht es für die Nahrungsmittelindustrie noch rentabler, auf Süßigkeiten, gezuckerte Getränke und Zuckerzusatz in anderen Lebensmitteln zu setzen.

 

 

Die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) bemängelt, dass Tests zu Isoglukose mit einem höheren Anteil an Fruktose fehlen. Experten warnten, dass gerade der Fruchtzucker die Leber schneller verfetten, die Triglyzeride sowie das LDL-Cholesterin im Blut steigen lässt und damit das langfristige Risiko für Adipositas, Diabetes und koronare Herzerkrankungen erhöht wird. Im Gegensatz zu Glukose wird Fruktose nämlich unbegrenzt in die Leber aufgenommen. Ist der Energiebedarf des Konsumenten gering, wird Fruktose in der Leber als Fett gespeichert.

 

 

  Ein weiterer Aspekt, der in das Gesamtrisiko hineinspiele, sei die Geschmacksprägung. Je höher der Anteil an Fruktose in einem Produkt ist, umso höher ist dessen Süßkraft. Eine höhere Süßkraft steigert wiederum die Süßpräferenz der Konsumenten und setze die Süßempfindlichkeit herab, warnt das FET: „Es ist also möglich, dass der Konsument zunehmend süßere Lebensmittel wählt, um die gleiche geschmackliche Befriedigung zu bekommen“. Erschwerend kommt hinzu, dass Fruktose im Vergleich zu Glukose ein geringeres Sättigungsgefühl erzeuge.

 

 

  Im Blog der Ernährungsmedizin heißt es daher, Fruktose besitzt – anders als andere Zucker – eine besondere Relevanz für die Entstehung vom metabolischem Syndrom, Fettleber und Gicht und wirkt sich in spezifischer Weise auf das intestinale Mikrobiom („Darmflora“) aus. Gründe hierfür sind die Unterschiede im hepatischen Glukose- und Fruktosestoffwechsel. Deshalb sollte selbst eine geringe Mehraufnahme an isolierter Fruktose möglichst vermieden werden. Dies gilt erst recht für Menschen, die bereits übergewichtig oder adipös sind – was in Deutschland schon heute auf 67 % aller Männer und 53 % aller Frauen zutrifft.

 

 

  Aber inwiefern tatsächlich eine gesundheitliche Gefahr von einem Inhaltsstoff oder einer Zutat ausgeht, ergibt sich immer aus mehreren Faktoren. Neben der physiologischen Wirkung spielen auch Einflüsse durch den Geschmack und die Süßpräferenz, Hunger-Sättigungs-Regulation sowie die Wechselwirkung mit dem Lebensstil insgesamt eine Rolle. Während ein Gift unabhängig vom Lebensstil per se schädlich ist, besteht bei einigen Inhaltsstoffen unserer Nahrung vor allem dann ein Risiko, wenn ihre Aufnahme auf weitere, ungünstige Verhaltensweisen trifft. Zum Beispiel zu wenig Bewegung in Kombination mit vielen Kohlenhydraten und Süßigkeiten, womöglich noch mit Erfrischungsgetränken und fettreichen Speisen schlechter Fettqualität, potenzieren das Risiko für Übergewicht und Adipositas, für Fettleber, Karies und Herzinfarkt sowie Schlaganfälle.

 

 

  Zu welchem Resümee kommen wir daher? Wenn wir weiterhin im Wesentlichen naturbelassene und selbst zubereitete Nahrung zu uns nehmen, brauchen wir die ungünstige Wirkung von Isoglukose nicht zu fürchten. Und wenn wir doch einmal einen Ausflug in die Welt der industriellen Süßigkeiten machen, sollten wir einen aufmerksamen Blick auf die Zutatenliste werfen. In dem Sinne: Guten Appetit!

 

 

 

Quellen:

 

Baumbach, I. UGBforum 1/18, S. 56-47

www.Wikipedia.de

www.transgen.de

www.aertztezeitung.de

www.fet-ev.eu

www.ernaehrungsmedizin.blog

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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